Asphaltforschung (A04)

Kurzzeichen A04
Bezeichnung Asphaltforschung
Art Arbeitsgruppe Straße
Tätigkeitsbericht

Beschreibung des Aufgabengebietes

Es soll der Weg der Asphaltforschung, der in Österreich mit dem Christian-Doppler-Labor für gebrauchsverhaltensorientierte Optimierung (GVO) flexibler Fahrbahnaufbauten für die Umsetzung dieses GVO-Ansatzes erfolgreich begonnen worden ist, durch Einbringung neuer Forschungsfragen weiter begleitet werden. Dabei sollen die Bedürfnisse und Herausforderungen der Straßenerhalter (ASFINAG, Bundesländer) direkt mit den Forschern und Entwicklern auf dem Bereich Asphaltbauweisen diskutiert, mögliche Lösungsideen erarbeitet und anwendungsorientierte Forschungsprojekte initiiert werden. Gerade mit den beiden Schwesterngesellschaften VSS in der Schweiz und FGSV in Deutschland sollen mit Hilfe von D-A-CH Forschungsprojekten bzw. der Abhaltung von D-A-CH Tagungen aktuell akute Probleme des Asphaltstraßenbaus bearbeitet werden.

Im Arbeitsausschuss sollen dabei durch dessen heterogene Zusammensetzung möglichst viele interdisziplinäre Aspekte des Asphaltstraßenbaus abgedeckt werden.

Die Veröffentlichung von RVS ist in diesem Arbeitsausschuss nicht vorgesehen. Es werden Grundlagen und Anregungen für RVS-Neuerarbeitungen bzw. RVS-Arbeitspapiere geschaffen.

 

Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres

Im Jahr 2019 wurde das zweite große D-A-CH Forschungsprojekt „Mehrfachrecycling im Straßenbau“ der drei Straßenforschungsgesellschaften aus Deutschland (FGSV), Schweiz (VSS) und Österreich (FSV) begonnen, bei welchem durch das gemeinsame Vorgehen wertvolle Beiträge zum Mehrfachrecycling erlangt werden sollen, um in den D-A-CH Ländern ein möglichst praxisgerechtes Vorgehen beim Mehrfachrecycling unter Berücksichtigung der jüngsten Forschungsergebnisse (Wirkungsweise unterschiedlicher Rejuvenatoren, Bitumenalterung, etc.) der beteiligten Forschungspartner zu gewährleisten. Ziel des D-A-CH Forschungsprojekts „Mehrfachrecycling im Straßenbau“ ist unter anderem die Erstellung von Empfehlungen zur Realisierung einer besseren, umfangreicheren und mehrfachen Wiederverwendung von Asphaltgranulat in den D-A-CH Ländern.

Weiters wurde das Thema „Tieftemperaturverhalten von Bitumen mit DSR“ initiiert, bei welchem die in Österreich bereits seit Jahren erfolgreich angewandte Prüfung des Bitumenmaterialverhaltens mit dem dynamischen Scherrheometer gemäß EN 14770 und möglichen Widersprüchen zu dem in Deutschland jüngst veröffentlichten Prüfung desselben Bitumenverhaltens mit dem sogenannten Bitumen-Schnell-test-Verfahren gem. DIN 52050 (BTSV Norm) aufgezeigt werden. Dazu wurde bei den Dresdner Asphalttagen im Dez. 2019 auch ein Vortrag und Artikel der TU Wien abgehalten/veröffentlicht, der die Diskussion und den Gedankenaustausch zwischen deutschen und österreichischen Erfahrungen dazu initiieren soll (Ziel sollte eine Vereinheitlichung der Prüfverfahren sein).

Zusätzlich wurden weitere mögliche zukünftige Forschungsthemen, die von sowohl von Straßenerhalter- als auch Auftragnehmerseite als untersuchungswürdig erachtet werden, gesammelt. Diese Themen betreffen unter anderem Geräuschentwicklung Rollgeräusche Straßenverkehr, Chemie der Alterung von Recyclingasphalten und Beurteilung der Asphaltmastixqualität in Hinblick auf die Dauerhaftigkeit von Asphaltdecken.

 

Ausblick auf zukünftige Vorhaben

Im Jahr 2020 sollen die Arbeiten am D-A-CH Forschungsprojekt „Mehrfachrecycling im Straßenbau“ von den Forschungspartnern in den D-A-CH Ländern intensiv weiterbearbeitet werden und der Arbeitsausschuss soll die ersten Zwischenergebnisse sichten, kommentieren und ggf. Österreichs Rückmeldungen dazu geben. Weiters sollen die zuvor angeführten Forschungsthemen vom Arbeitsausschuss ebenfalls weitervorangetrieben bzw. unterstützend begleitet werden. Weiters sollen noch andere untersuchungswürdige Themen gesammelt und für eventuelle Forschungsprojekte vorbereitet werden.

Leitung
  • Kappl Karl, Dipl.-Ing. Dr.