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Verkehrsmodellierung (GV09)

Kurzzeichen GV09
Bezeichnung Verkehrsmodellierung
Art Arbeitsausschuss Straße
Tätigkeitsbericht

Beschreibung des Aufgabengebietes

Verkehrsmodellierung ist eine wichtige Grundlage für die Verkehrsplanung. Für die Beurteilung der Zweckmäßigkeit von Maßnahmen, seien sie organisatorischer, verkehrsrechtlicher oder infrastrukturmäßiger Natur, im Sinne einer nachhaltigen Verkehrs- und Mobilitätsentwicklung ist es grundsätzlich notwendig, als ersten Schritt die Abschätzung der Verkehrsnachfrage vorzunehmen. Darauf aufbauend sind die Folgewirkungen abzuleiten. Deshalb ist es notwendig, die Qualitätsmerkmale von Verkehrsmodellen für eine bestmöglich valide Abschätzung der Verkehrsnachfrage zu definieren sowie Bewertungskriterien und Bewertungsindikatoren zu definieren. Darüber hinaus ist es notwendig, die für eine Beurteilung der Qualität von Verkehrsmodellergebnisse Transparenz an Daten, Methoden und Verhaltensparameter zu definieren. Dies soll im Rahmen eines Merkblattes durchgeführt werden. Ein erster Entwurf für ein solches Merkblatt liegt seit 2012 vor. Durch eine vereinbarte Kooperation mit den Schwestergesellschaften von Deutschland und der Schweiz hat sich das Vorhaben verzögert. Außerdem hat es in den vergangenen Jahren eine Reihe von UVP-Verfahren in der zweiten Instand des Bundesverwaltungsgerichtshofs gegeben, bei welchen die Grundsätze des vorliegenden Merkblattentwurfs zur Anwendung gekommen sind. Diese Erfahrungen sollen in die endgültige Gestaltung des Merkblattes Eingang finden.

 

Arbeitsschwerpunkte des vergangenen Jahres

Das Jahr 2020 hatte den Schwerpunkt, die schon lange angestrebte Abstimmung der Vorstellungen der drei Schwesterforschungsgesellschaften der DACH-Länder zum geplanten Merkblatt durchzuführen. Hierzu gab es, abgesehen von mehreren Einladungen zur schriftlichen Stellungnahme zu vorliegenden Papieren, drei digitale Treffen des AA GV09 zur Information und Abstimmung der fachlichen Position, am 3.4.2020, 11.5.2020 und am 17.11.2020.

Mit den Deutschen und Schweizer Partnern fanden auch 3 digitale Treffen statt, wobei aus jedem Land 5 bis 6 Vertreter dazu eingeladen wurden: 23/24.4.2020, 3.7.2020, 19.10.2020.

Die Dach-Konsultationen brachten zu Tage, dass es vor allem was die Qualitätskriterien betrifft, doch wesentliche Unterschiede gibt. Die Deutschen und ein Teil der Schweizer Kollegen treten für quantitativ festgelegt Grenzwerte von Qualitätsindikatoren für ein kalibriertes Verkehrsnachfragemodell (VNM) ein, während die Österreichische Position für eine Offenlegung diverser Qualitätsindikatoren eintritt, eine individuelle ausreichende Qualität sollte aber nur für konkrete Verkehrsprognostische Aufgabenstellungen getroffen werden. Es gibt also noch eine ausreichende Anzahl offener Fragestellungen für eine Einigung zu klären. Um nicht ohne konkretes Beispiel zu diskutieren, wurde beschlossen, dass anhand des Schweizer nationalen VNM die diversen zur Diskussion stehenden Qualitätsindikatoren verglichen werden sollen. Das wird von Vertretern der Schweiz und Österreich gerade durchgeführt und in der nächsten gemeinsamen Sitzung diskutiert werden

 

Ausblick auf zukünftige Vorhaben

Zum Thema „Verkehrsnachfragemodellierung“ ist die Entwicklung eines Merkblattes zur Qualitätssicherung von Verkehrsnachfragemodellen und Prognosen“ in Arbeit. Im Jahre 2021 ist vorgesehen, dass die DACH-Diskussion hoffentlich mit einer Einigung abgeschlossen wird und ein Entwurf des Merkblattes fertiggestellt wird. Hierfür gibt es zwei Optionen: ein gemeinsamer abgestimmter Entwurf der DACH-Länder oder eine bestmöglich mit den DACH-Ländern abgestimmter österreichischer Entwurf mit den für notwendig erkannten Unterschieden.

Leitung
  • Sammer Gerd, em. o. Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn.